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Traut euch ins Ausland!

Aktualisiert: 19. Nov. 2022

Charlotte ist 27 Jahre und Assistenzärztin. Sie hat viele Auslandspraktika absolviert.

Bild: Privat
 

Ich bin Charlotte und inzwischen Assistenzärztin in der Inneren Abteilung einer Klinik in Trier. Während meines Studiums habe ich versucht, möglichst viele Praktika im Ausland zu machen und dieser Wunsch hat mich zunächst in die Schweiz und dann bis nach Australien und auf eine kleine Pazifikinsel namens Samoa gebracht. Ich kann nur jedem empfehlen so viele Auslandserfahrungen wie möglich zu machen und außerhalb von Urlauben geht das bei Praktika besonders gut.

Der große Vorteil dabei ist zudem, dass man (im Unterschied zu den meisten Urlauben) tatsächlich mal den Alltag in einem anderen Land kennenlernt und vor allem auch viel mit Einheimischen in Kontakt kommt.


Was ich dabei besonders gelernt habe, ist, mit kulturellen Unterschieden zurechtzukommen, dass die deutsche Pünktlichkeit nicht überall auf der Welt herrscht und es vielleicht auch mal ganz gut ist, das Leben etwas entspannter zu sehen.

Gerade im medizinischen Bereich fand ich es zudem wahnsinnig spannend andere Gesundheitssysteme zu sehen, vor allem auch in ärmeren Ländern wie z.B. Samoa. In Deutschland begegnet man dabei oft dem Vorurteil, dass die medizinische Versorgung dort ganz furchtbar ist und unser System hier das allerbeste. Dass das nicht stimmt sieht man ja schon an der aktuellen Personalkrise im gesamten Gesundheitssystem Deutschlands. Ich finde es daher sehr wichtig in anderen Systemen zu arbeiten und zu sehen was dort vielleicht besser oder schlechter läuft als hier. Nur so kann man ja auch das eigene System verändern oder vielleicht auch entscheiden, ob man nicht doch lieber ganz woanders leben und arbeiten möchte.


Das wichtigste jedoch was ich bei Auslandserfahrungen mitgenommen habe, sei es jetzt ein Auslandssemester, Praktikum oder einfach Urlaub, sind ganz wunderbare Freundschaften mit sehr lieben, interessanten Menschen auf der ganzen Welt und die Erfahrungen die ich mit ihnen teilen konnte. Einige der Freundschaften halten bis heute, auch wenn wir uns im Rahmen der Pandemie teilweise jahrelang nicht gesehen haben. Dank Social Media kann man heutzutage ja dennoch wunderbar in Kontakt bleiben und auch manchmal unterschiedliche Meinungen austauschen. Denn der Kontakt und Meinungsaustausch mit anderen Kulturen und Nationen ist ja genau das, was uns zu weltoffenen, toleranten Menschen macht. Und genau so eine Gesellschaft wünsche ich mir.


Zum Schluss noch einige praktische Tipps: Die Orte wo ich hinwollte haben sich oft ganz zufällig ergeben weil ich irgendwo jemanden kennengelernt habe den/die ich dann wiedersehen wollte, oder der/die mir dann von einem schönen Ort vorgeschwärmt hat. Dann hab ich mich einfach an den PC gesetzt und recherchiert, wen ich (in meinem Fall im Krankenhaus) anschreiben kann bezüglich Praktika. Traut euch einfach sehr viele Emails zu schreiben, ich hab auch viele Absagen kassiert oder musste oft mehrfach schreiben bevor ich eine Antwort bekam. Die Mühe war es aber immer wert! Es gibt natürlich auch Organisationen die das alles für einen organisieren, aber für mich war das immer ein Teil der Vorfreude und alles zu planen hat mir tatsächlich wahnsinnig Spaß gemacht.

 

Also traut euch, geht ruhig alleine ins Ausland, es gibt auf der ganzen Welt wundervolle Menschen die auch euch gerne kennenlernen würden. Und bei einer netten Anfrage beißt keiner.

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