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  • Viviane

Traumberuf gesucht & gefunden

Aktualisiert: 19. März


Ich heiße Viviane Kinnula und bin 29 Jahre alt. Auf dem Gymnasium haben alle meine Mitschüler sich nach dem Abitur für ein Studium entschieden und ich war die einzige, die lieber etwas Praktisches absolvieren wollte und so war mein erster Gedanke mit meiner Begeisterung für Sport ein „duales Studium zum Sport- und Gesundheitstrainer“ an der IST in München zu beginnen. Mit Bedauern habe ich nach ein paar Wochen festgestellt, dass die Theorie mit der Physiologie und alles medizinischem sowie die Bewegungslehre sehr interessant ist, die Praxis jedoch leider wenig anspruchsvoll im Fitnessstudio-Alltag aussieht.


Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, beruflich andere Wege zu gehen und bin tief in mich gegangen und habe dann doch ein Studium in Betracht gezogen und zwar Kommunikationswissenschaften an der LMU München. Der Numerus Clausus für diesen Studiengang betrug jedoch damals 1,1 und somit musste ich mit meinem NC von 2,5 mich anderweitig umschauen.

Deshalb habe ich mich für einen Alternativ Studiengang und zwar Germanistik mit dem Nebenfach Sprache, Kultur und Literatur entschieden. Dieser Studiengang hat mir per se recht gut gefallen, jedoch wollte ich in einen Fachbereich, in die reine Linguistik wechseln, was jedoch auch nicht möglich war wegen des NCs.


Nun stand ich vor der Frage, welchen Weg ich denn dann gehen wollen würde und habe mich mit einem ehemaligen Mitschüler ausgetauscht, der die Ausbildung zum Tiermedizinischen Fachangestellten absolviert hat. Ich habe mich im Internet informiert und Initiativbewerbungen an Kleintierpraxen geschrieben und mein Glück versucht, gesucht und gefunden! Ich habe mich nach der Schule gefragt, was meine Interessen sind, die sich von klein auf durch mein Leben ziehen und dabei haben Sport & Tiere immer eine große Rolle gespielt!


Mein Herz schlägt von klein auf besonders für die Kleintiere! Ich habe in einer Kleintierpraxis in München meine Ausbildung mit Abitur, guter Bewertung und guten Noten auf 2 Jahre verkürzen können und mit der Ehrenauszeichnung die Berufsschule abgeschlossen. In der Ausbildung werden den Auszubildenden alle medizinischen Grundfertigkeiten rund ums Tier, ob Großtier oder Kleintier, beigebracht sowie Bändigung Maßnahmen, wirtschaftliche Grundlagen, welche für die Praxisführung relevant sind wie auch Laboruntersuchungen. Mir hat fast jeder der Bereiche sehr gut gefallen und ich liebe es die Theorie gleich in der Praxis umzusetzen, z.B. beim Assistieren im OP oder beim Impfen in der Sprechstunde. Mir gefällt es sehr, dass ich durch das Zuhören alleine schon bei der Sprechstunde unermesslich viel gelernt habe und die Arbeit im Team mit den Tierärzten und Kollegen sowie die Arbeit am und mit dem Tier lässt mein Herz höher schlagen. Mein Ausbilder hat mir bereits vor dem Unterschreiben meines Arbeitsvertrages fairerweise zugesagt, dass er seine Azubis nicht übernehmen kann. Dennoch hat es mich nicht davon abgehalten, diesen großartigen Ausbildungsbetrieb als Arbeitsstelle auszuwählen.


Nach den 2 Jahren Ausbildung habe ich meine feste Stelle an der Uniklinik in München gefunden und bezirze nun seit 6 Jahren hier schon Hunde und Katzen. Die Kollegen, die Arbeit am Tier und die Fortbildungsmöglichkeiten sagen mir sehr zu. Bereits nach einem Jahr durfte ich hier eine Fortbildung im Bereich Endoskopie durchführen und letztes Jahr ist mir eine 16-monatige Weiterbildung angeboten worden: Das Diploma in Feline Nursing von einer internationalen Society (ISFM) online und auf Englisch. Diese Möglichkeit hat mich und meinen Horizont in Bezug auf Katzen sehr bereichert und ich durfte im Anschluss auf einem internationalen Kongress über Katzen von der Arbeit aus auf Rhodos teilnehmen und mit Kollegen einen Vortrag halten. Außerdem habe ich bereits einen Podcast über Katzen abgehalten und einen Artikel für eine Fachzeitschrift verfassen dürfen.


Jeder von uns hegt tiefe Leidenschaften in sich und ich bin ein gutes Beispiel dafür, dass es gut und erfolgreich sein kann seine Leidenschaft zum Beruf zu machen und dass es wichtig ist seinen Weg zu finden, der auch ein paar Abzweigungen und Einbahnstraßen inkludiert.

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