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Wie geht es weiter... nach der Schule?

Aktualisiert: 19. Nov. 2022

Wer gerade die Schule abschließt oder kurz davor steht, bekommt oft die Frage gestellt: „Und wie geht es jetzt weiter?“. Und manchmal ist man sich selbst auch nicht 100% im Klaren, was der nächste Schritt sein wird. Denn die Möglichkeiten, was man nach dem Schulabschluss machen kann, sind sehr vielfältig. Um Mal ein paar zu nennen: Studium (mit der Option zum dualen Studium in manchen Fällen), schulische Ausbildung, betriebliche Ausbildung, Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) oder Bundesfreiwilligendienst (BFD).

Was sind also die Voraussetzungen für die einzelnen Möglichkeiten? Was ist der zeitliche Rahmen? Das und mehr erklären wir dir hier – kurz und verständlich!


Bild von Gerd Altmann via Pixabay

 

Beginnen wir mit den „Übergangslösungen“, den Freiwilligendiensten, also z.B. FSJ, FÖJ und BFD. Die genannten sind ehrenamtliche Tätigkeiten in Vollzeit, die geringfügig mit einem Taschengeld vergütet werden. In der Regel ist man für ca. 12 Monate in einem gemeinwohlorientierten (Wohlfahrtspflege, Kinder- & Jugendhilfe, Denkmalpflege, Sporteinrichtungen etc.) oder natur- bzw. umweltschutzorientierten Einrichtung engagiert. Die Mindestdauer der hier genannten Dienste liegt bei 6 Monaten, die Maximaldauer bei 18 Monaten. In Ausnahmen kann die Maximaldauer auf 24 Monate erhöht werden. Für einen Freiwilligendienst sind rechtlich gesehen keine bestimmten Qualifikationen wie ein bestimmter Schulabschluss notwendig. Allerdings verlangen manche Einsatzstellen beispielsweise einen Autoführerschein. Die Hauptvoraussetzungen, die FSJ und FÖJ haben, sind, dass man für den gesamten Dienstzeitraum zwischen 16 und 26 Jahren ist und die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat. Diese Altersvoraussetzung fällt beim BFD weg, allerdings muss man auch hierfür die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben. In der Regel werden die Freiwilligendienste innerhalb Deutschlands ausgeführt, es gibt aber auch Programme für Dienste im Ausland.

Weitere Beispiele für „Übergangslösungen“ sind: Europäischer Freiwilligendienst, Internationaler Jugendfreiwilligendienst, Work & Travel, Au Pair.


Alle diese zeitlich stark beschränkten Optionen haben das Ziel, den Charakter zu bilden, Selbstständigkeit zu erlernen, Verantwortung im angemessenen Maß zu übernehmen und in den meisten Fällen der Gesellschaft etwas zurück zu geben und gleichzeitig Neues zu erleben. Insbesondere Freiwilligendienste werden öfter auch genutzt, um herauszufinden, welchen Beruf man erlernen möchte – entweder durch arbeiten in diesem Feld (Beispiel: FSJ im Pflegeheim -> „Möchte ich Altenpfleger werden?“) oder durch das Nutzen der gewonnen Zeit zum Überlegen, was man möchte („Selbstfindung“).


 

Weiter geht es mit den „permanenten“ Lösungen, d.h. die Wege nach dem Schulabschluss, die, wenn alles richtig läuft, zu einem Beruf qualifizieren.

Eine Option zur Berufsqualifizierung ist die betriebliche Ausbildung. Sie ist auch bekannt als duale Ausbildung. Dabei ist man, ohne Verkürzung der Ausbildungszeit (mehr dazu später), mindestens 2 Jahre, maximal 3,5 Jahre ein Azubi. Bei der dualen Ausbildung werden Praxisinhalte und theoretische Inhalte in einer Berufsschule und in einem entsprechenden Betrieb vermittelt bzw. eingeübt. Im Regelfall ist man 1-3 Tage der Woche in der Schule und hat dort neben den ausbildungsspezifischen Fächern auch normale Schulfächer. Um zu einer betrieblichen Ausbildung zugelassen zu werden benötigt man rechtlich gesehen keinen bestimmten Schulabschluss, allerdings wird in der Regel mindestens ein Hauptschulabschluss erwartet. Aber in der Theorie kann auch ohne Schulabschluss eine duale Ausbildung begonnen werden – Voraussetzung ist, dass man von einem Betrieb angenommen wird. Wenn man einen höheren Bildungsabschluss hat, kann man die Ausbildungsdauer unter Umständen um bis zu 12 Monate verkürzen. (Fach-) Abitur führen zu einer Verkürzung von bis zu 12 Monaten, wenn der Betrieb und die für den Beruf zuständige Kammer zustimmen. Der mittlere Bildungsabschluss kann zu einer Verkürzung von bis zu 6 Monaten führen. Neben dem Schulabschluss gibt es auch andere Wege, die Ausbildungsdauer zu verkürzen, bspw. eine bereits abgeschlossene Ausbildung oder ein Berufsgrundbildungsjahr. Dadurch, dass mehrere Tage pro Woche im Betrieb gearbeitet wird, erhält man ein vertraglich vereinbartes Gehalt. Wie hoch dieses Gehalt ist hängt vom Beruf ab. Schulmaterialien wie Stifte, Hefte etc. muss man selbst zahlen, die eventuell anfallenden Kosten für Schulbücher werden (normalerweise) ebenfalls nicht übernommen.


Es gibt auch die Möglichkeit zur rein schulischen Ausbildung. Sie dauert normalerweise zwischen 1 und 3,5 Jahren, und auch hier kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Verkürzung der Ausbildungszeit erfolgen. Alle Ausbildungsinhalte werden in einer Berufsfachschule, einem Berufskolleg oder ähnlichem vermittelt. Allerdings macht man in der Regel in jedem Fach mehrere Praktika. Um eine schulische Ausbildung zu beginnen sind die Voraussetzungen von Bundesland zu Bundesland und von Beruf zu Beruf, teilweise sogar von Schule zu Schule, unterschiedlich. Die häufigste Voraussetzung ist allerdings, dass man mindestens den mittleren Bildungsabschluss hat, allerdings gibt es auch schulische Ausbildungen, für die ein Hauptschulabschluss ausreichend ist. Man erhält für die schulische Ausbildung kein Geld, da man nicht arbeitet. Solange man keine private Schule besucht, fallen keine Schulgebühren an. Man muss allerdings Schulbücher und andere Materialien selbst bezahlen.


 

Die höchste (grundlegende) Berufsqualifizierung erhält man durch den Abschluss eines grundständigen Studiums an einer Hochschule (Universität, Fachhochschule...). Jedes Studium hat eine Regelstudienzeit, angegeben in Semestern, welche in der Regel zwischen 6 oder 7 Semestern beträgt – umgerechnet also 3 bis 3,5 Jahre. Allerdings ist es häufig so, dass mehr Semester, als bei der Regelstudienzeit angegeben sind, benötigt werden. Um an einer Hochschule studieren zu können wird entweder das Abitur (allgemeine Hochschulreife) oder das Fachabitur (fachspezifische Hochschulreife) vorausgesetzt. Mit der allgemeinen Hochschulreife ist man in der Theorie für jeden Studiengang an jeder Hochschule qualifiziert, durch Zulassungsbeschränkungen kann es trotzdem sein, dass man sein Traumstudium nicht (auf Anhieb) starten kann. Das Fachabitur qualifiziert für die im Zeugnis aufgeführten Universitätsstudiengänge und für alle Studiengänge an Fachhochschulen. Die Universitätsstudiengänge für die das Fachabitur qualifiziert hängen von der Fachrichtung des Abschlusses ab. An nicht-privaten Hochschulen fallen beim Erststudium keine Studiengebühren an – trotzdem ist das Studium nicht kostenlos. Jedes Semester fällt der sogenannte Semesterbeitrag an, wie hoch dieser ist hängt von der Hochschule ab. In Passau beispielsweise betrug der Semesterbeitrag im Sommersemester 2022 87€, der Studentenwerksbeitrag ist dabei noch nicht inbegriffen. Finanzielle Förderung für den Studienzeitraum gibt es zum Beispiel durch das BAföG (50% muss zurückgezahlt werden), Stipendien (0% muss zurückgezahlt werden) oder Studienkredite (100% plus Zinsen muss zurückgezahlt werden). Viele Studenten beziehen BAföG und haben gleichzeitig noch einen Nebenjob.

Je nach Studiengang und Hochschule kann man auch dual studieren, was ähnlich funktioniert wie eine duale Ausbildung: Man arbeitet periodisch in einem Betrieb anstatt zur Hochschule zu gehen, man bekommt ein branchenabhängiges Gehalt, und oft übernehmen die Betriebe auch den Semesterbeitrag. Allerdings hat man keine Semesterferien wie in einem Vollzeitstudium – ein duales Studium ist also mit mehr Arbeit verbunden. Allerdings kann man am Ende seines Studiums auch schon mehrjährige Berufserfahrung vorweisen, was häufig ein Vorteil beim Berufseinstieg ist. Die Auswahl der dualen Studiengänge ist klein, nur Studiengänge aus den Feldern Technik, Wirtschaft und Sozialwesen können dual studiert werden. Zum dualen Studium wird man an der Hochschule nur zugelassen, wenn man bereits bei einem Betrieb angenommen ist.


Eine weitere Variation des „klassischen“ Studiums an einer Hochschule ist das Fernstudium.




Für welche Berufsqualifizierung man sich auch entscheidet: der Weg ist nicht immer einfach, und auch Zweifel und Fehler sind erlaubt!

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